Krypta der Basilika St. Clemens in Hannover

300 Jahre alt sind die Basilika St. Clemens und damit auch die unterhalb der Oberkirche liegende Krypta, die jetzt umfassend saniert und neu beleuchtet wurde. Aus dem ehemals düsteren unterirdischen Gewölbe wurde ein attraktives Lichtgewölbe, das die Besucher mit hoher Aufenthaltsqualität erfreut. 

das subtile Beleuchtungskonzept sieht kaum sichtbare Lichtquellen vor. Dieser Effekt wurde durch die Erschaffung eines Lichtraumes erzielt, der aus der Aufhellung des Gewölbes generiert und – in den Querschiffen und am Eingang  – von der Hinterleuchtung der Buntglasfenster sowie insgesamt von dem Einsatz besonders kleiner und damit kaum sichtbarer Leuchtenkörper unterstützt wird. Da sich die kleinen Downlights für die Grundbeleuchtung dezent in die Architektur integrieren sollten, wurden sie inklusive der Vorschaltgeräte in Unterputzdosen in die 300 Jahre alte Bausubstanz des Gewölbes eingebaut und mit Darklight-Blendringen versehen. Aufgrund dieses Effekts einer Raumaufhellung ohne offensichtliche Lichtquellen treten die Leuchten nicht in Konkurrenz mit den anderen Beleuchtungskomponenten. Die Geste der Helligkeitsgenerierung im oberen Raumbereich, die für eine Weitung und Öffnung sorgt, bleibt somit ungestört erhalten.   

Zur Aufhellung der Decke und zur Unterstützung der Gewölbe-Rhythmik im Hauptschiff und in den Nebenschiffen wurden an allen vier Seiten der Stützen nach oben strahlende Anbauleuchten montiert. Damit wird eine intensivere Ausleuchtung weit in das Gewölbe hinein erzielt und durch Optimierung der Optik Blendung verhindert.   

Gegenüber der neutralen und flächigen Raumbeleuchtung sollte die Akzentbeleuchtung die Exponate dramatisch inszenieren, um deren liturgische Bedeutsamkeit und Schönheit zu betonen. Die Kunstwerke werden von beiden Seiten durch Miniaturstrahler in Einbauschienen beleuchtet, welche die Plastizität der Exponate fein hervorheben. Die Wahl einer im Vergleich zur Grund- und Gewölbebeleuchtung wärmeren Lichtfarbe lässt die Exponate im Raum hervorstechen.  

Priorität jedoch beanspruchen die Nischenrückwände der drei wichtigsten Ausstellungsstücke, die zu diesem Zweck zusätzlich mit einer Effektleuchte erhellt werden. Die Marienstatue bspw., welche die Leuchte bei frontalem Anblick verdecket, erweckt dadurch den Anschein, Licht aus ihrem Inneren heraus zu transmittieren. 

Mit ihrer neuen Lichtsprache wirkt die attraktive neu gestaltete Krypta aufgeräumt und öffnet sich lichtdurchflutet nach oben. Aufgrund dieses Effekts vergisst der Besucher völlig, dass er sich in einem unterirdischen Gewölbe befindet. Auf unterschiedliche Veranstaltungen kann der Raum heute interaktiv reagieren. Denn in Abstimmung mit dem Nutzer können programmierte Lichtszenarien abgerufen werden. Da sich die stationären Bedienelemente sowohl in Eingangsnähe als auch in unmittelbarer Nähe des Altars befinden, können sie auch während fortschreitender Feierlichkeiten bedient werden.  

Projektdaten

Auftraggeber: Bistum Hildesheim
Bauherr: Bistum Hildesheim/ Katholische Kirche in der Region Hannover
Lichtplanung : Studio DL
Elektroplanung: HTA Planungsgesellschaft mbH
Elektroausführung: Helms Elektroanlagen GmbH & Co KG
Hersteller: iGuzzini, bluleu LED Solutions GmbH & Co.KG, XAL GmbH, Molto Luce GmbH
Projektzeitraum: 2016-2018
   
Fotos: Dirk-André Betz, Kaffee, Milch & Zucker

Projektbilder